Münchner auf dem Hofflohmarkt

Ein Sommerwochenende in München: Über die Hof-Flohmärkte die Stadt kennenlernen

Weiß, blau, rosa, grün, gelb. Wenn in München kunterbunte Luftballons vor den Hauseingängen flattern, ist Flohmarkt-Zeit. Hinterhäuser und Flure erwachen zu Leben. Nachbarn begegnen sich. Kinder tingeln mit ihren Eltern von Hof zu Hof und überall wird gehandelt und gelacht. – Die Münchner Hofflohmärkte sind eine gute Gelegenheit in das Leben der Münchner und Münchnerinnen einzutauchen. Und anders als auf der Wiesn oder im Restaurant, da mit ihnen ins Gespräch zu kommen, wo sie zuhause sind. In ihrem Viertel.

Follow my blog with Bloglovin

Die Stadt München ist in 25 Bezirke unterteilt. Viele Quartiere, vor allem die bekannteren wie Schwabing, das Glockenbachviertel oder Sendling lernt man als Besucher schnell kennen. Einige bleiben jedoch, auch nach mehreren Aufenthalten in München, weitestgehend unentdeckt. Das ist schade, denn auch diese Stadtteile haben einiges zu bieten. Wer sich auf Entdeckungstour begeben möchte, sollte im Sommer kommen. Jahr für Jahr öffnen dann Anwohner ihre Hinterhöfe und Toreinfahrten, um in nachbarschaftlicher Runde Kellerschätze, Antikes und allerlei Nippes auf Tapeziertischen und Kleiderstangen zu präsentieren. Hofflohmarkt nennt sich das und ist auch bei Einheimischen ausgesprochen beliebt. – Für Besucher Münchens ist es eine wunderbare Möglichkeit, einen Blick hinter die Kulissen der Stadt zu werfen.

Hofflohmarkt im Münchner Glockenbachviertel
Kunterbunte Luftballons markieren die Höfe, die teilnehmen

Hofflohmärkte München: Das steckt dahinter

Die Hofflohmärkte in München gibt es seit vielen Jahren. Sie werden über das Internet offiziell organisiert. Dabei haben sich im Laufe der Zeit unterschiedliche Anbieter etabliert. Für Außenstehende ist das etwas verwirrend. Läuft aber letztlich auf das Gleiche hinaus.

www.hofflohmarkt.de
und alternativ
www.hofflohmaerkte.de

Initiator der Hofflohmärkte, René Götz engagiert sich laut eigener Aussage schon seit zwei Jahrzehnten für „eine lebendige Stadtteilkultur, für kleine Läden und das nachhaltige Mit- und Füreinander„.

Mit den Hofflohmärkten ist es möglich, München auf eine neue Art zu entdecken, Münchnern und Münchnerinnen zu begegnen und Kontakte zu knüpfen. Ganz nebenbei eignet sich der Spaziergang durch die Höfe, auch die unbekannteren Winkel der Stadtviertel zu erkunden. Das schafft Raum für Entdeckungen und sorgt nicht nur bei Einheimischen für Überraschungen.

Keine kommerziellen Anbieter

Kommerzielle Anbieter sind auf den Hofflohmärkten nicht erwünscht. Das wirkt sich förderlich auf das Nachbarschaftsleben aus. Viele Hofgemeinschaften essen am Abend des Marktes gemeinsam. Da wird gelacht, gescherzt und wer als Gast freundlich fragt, bekommt gewiss den einen oder anderen gastronomischen Geheimtipp im neu entdeckten Viertel.

Die Termine werden über die Seite der Hofflohmärkte für die Stadtteile angekündigt. Je mehr Hausgemeinschaften mitmachen, umso besser. Ziel ist es, möglichst mehrere Hauseinwohner pro Eingang für die Aktion zu begeistern. Das macht den Hof für Besucher attraktiver und in den meisten Fällen gelingt das auch.

Am Tag des Flohmarkts werden die Waren in Fluren, Hinterhöfen und Vorgärten aufgebaut. Alles findet weitestgehend im Freien statt. Die Veranstalter drucken Pläne, mit deren Hilfe man sich durch das Viertel bewegt. Wo verkauft wird, erkennt man an bunten Luftballonbündeln, die an den Hoftoren befestigt werden. Oder an den fröhlichen Besuchertrupps, die sich durch die Straßen bewegen. Hinterherlaufen reicht…

Hofflohmarkt im Münchner Glockenbachviertel
Hofflohmarkt im Münchner Glockenbachviertel

Flohmarkt in der Pandemie: Sicher durch Hygienekonzept und alle machen mit

Selbstverständlich haben die Veranstalter während der Pandemie Auflagen der Stadt München zu beachten. Unter Einhaltung derselben dürfen jedoch Flohmärkte durchgeführt werden. Die Anwohner verhalten sich in der Regel vorbildlich. Es wird teilweise nur eine bestimmte Personenzahl auf den Hof gelassen, Verkäufer*innen und Besucher*innen tragen Masken und vor fast jedem Hof steht Desinfektionsmittel für die Hände bereit. 

Und weil es besonders nett ist, dass man beim Bummeln durch die Höfe ganz automatisch an der einen oder anderen Attraktion vorbeikommt, gibt es hier noch ein paar

Handverlesene Tipps für die schönste Zeit in München

Shopping

Soda`La Munich Kiosk – Ein Kiosk mit regionalem Angebot. Das ist neu. Ich habe die Apfelschorle „Pali“ des Münchner Getränkehandels Pachmayr dort gekauft und fand es super.
Westermühlenstraße 13 – www.sodala-shop.de/i/soda-la-kiosk

Holzleute München – Einer meiner Lieblingsläden in München. Hier gibt es seit 145 Jahren Holzwaren zukaufen. Von Löffeln aus Kirschbaumholz über Holz-Schneidebretter für die Küche bis zu Schachbrettern aus Holz findet fast jeder, was er sucht.
Viktualienmarkt 2

Bergwein München – Meist bin ich in München auf der Durchfahrt nach Österreich oder Südtirol. Wenn es mal nicht so weit geht, ist dieser Weinladen am Gärtnerplatz eine gute Adresse. Im Bergwein-Laden gibt es neben alpinen Weinsorten auch Gin und andere Spezialitäten aus den Bergen.
Corneliusstraße 18 (Di – Fr. 12-20.00 Uhr, Sa 10 – 18.00 Uhr)

Schauen

Stadtwanderung durch München – Eine neue, aber sicherlich Interessante Möglichkeit München zu entdecken, sind die geführten Stadtwanderungen durch viele Viertel von Ost nach West. Sie finden stets an Sonntagen statt, dauern drei Stunden und werden von einem offiziellen Guide der Stadt München begleitet.
1. Etappe – Von Bogenhausen zum Englischen Garten
2.Etappe  – Geballte Kultur im Kunstareal
3. Etappe – Fürstliches Ziel: Schloss Nymphenburg
Stadtwandern quer durch München

Eisbach-Surfer – Klar. Dieser HotSpot darf auf keinen Fall fehlen. Ich schaue nach einem Besuch im Haus der Kunst dort vorbei. Ist im übrigen nicht weit entfernt vom Odeonsplatz. Von dort läufst Du nur noch ein paar Meter durch den Hofgarten und bist schon da. Mit etwas Glück kannst Du an der Eisbachwelle sogar echte Profis wie den Surf-Weltmeister Robby Naish treffen.

Surfer auf der Eisbachwelle
Surfer auf der Münchener Eisbachwelle neben dem Haus der Kunst

Hofgarten und Odeonsplatz – Auf einer Bank sitzen, durch die Arkaden bummeln, schauen wer in Schumann’s Bar sitzt oder den Boulespieler zuschauen. Im Hofgarten wird es nie langweilig. Egal zu welcher Tageszeit: hier ist immer etwas los.

Lenbachhaus – Ständige und wechselnde Ausstellungen. Außerdem ein gut sortierter Laden mit Büchern und Kunstpostkarten.

NS-Dokumentationszentrum München – Dieser Ort in München ist kein Ziel für einen heiteren Ausflug, aber er ist eine wichtige Geschichtsstunde, die nicht verpasst werden sollte. In einer sehr klug aufbereiteten Ausstellungsdidaktik und einer Besucherführung, die auch die Entwicklungen weit vor der Machtergreifung einbezieht, wird das Entstehen der NS-Zeit zum Verstehen des deutschen Faschismus. Nicht nur ein Ort des Erinnerns, sondern mit zeitgenössischer Kunst zum Thema auch ein sehr aktueller Ort.

Fragen stellen, Geschichte verstehen – Das NS Dokumentationszentrum München

Essen und Trinken (Nur eine winzige Auswahl – Etwas mehr in → Japan in München)

Bella Beni – Angesagter Eisladen in der Nähe des Odeonsplatzes. Ein wenig Zeit zum Anstehen sollte man mitnehmen. Dafür lohnt es sich.
Theresienstraße 46

Nockherberg Biergarten – Der Nockherberg ist sicher alles andere als ein Geheimtipp. Mir wurde er dennoch empfohlen und das war für eine Überraschung gut. Zum einen sitzt es sich unter den Bäumen des Biergartens im Sommer angenehm schattig. Zum anderen ist das Essen (wir waren auf der Seite, wo serviert wird) ein schönes Erlebnis. Die Teller sind mit viel Liebe angerichtet. Die Portionen sind so, dass man nach dem ersten Bier nicht gleich vom Tisch kippt und es schmeckt ausgezeichnet. Beide Daumen hoch.
Am Nockherberg – paulaner-nockherberg.com/wirtshaus-und-biergarten

Goldene Bar – Haus der Kunst – Für mich der schönste Platz Münchens, um einen Sundowner zu trinken. Direkt daneben kannst Du dann die Surfer auf dem Eisbach beobachten.
Prinzregentenstraße 1 – www.goldenebar.de

Restaurant Neni im 25hours Hotel Royal Bavarian – Zentral am Hauptbahnhof gelegen, isst man im typischen Neni-Style Humus, Babaganoush oder Mezze. Mittags und am Abend geöffnet. Wer im 25hours Hotel Royal Bavarian übernachtet, kann im Neni wunderbar frühstücken.
Bahnhofsplatz 1 – www.25hours-hotels.com/hotels/muenchen/the-royal-bavarian

Übernachten in München

Bavarian Monarchy und Flohmarkt-Style: Das 25hours „The Royal Bavarian“ in München

Hotel Mariandl in München: Schlafen im Vintage Style

München City Pass

Unbezahlte Werbung
Wer München entspannt entdecken will, ist mit der München Card oder dem München City Pass bestens bedient: Den City Pass bucht und druckt man zuhause aus. Er dient als Fahrkarte für den ÖPNV und gilt als Eintrittskarte in mehreren Museen. Das komplette Angebot: München City Pass

  • Freier Eintritt bei über 45 Münchner Museen und Attraktionen
  • Freie Fahrt mit S-Bahn, U-Bahn, Bus und Tram
  • Wahl zwischen Zone M und Gesamtnetz (inkl. Flughafen)
  • Wahlweise ohne ÖPNV-Ticket
  • Buchbar für 1 bis 5 Tage
  • Kostenfreier Stadtführer und Stadtplan

Offenlegung: München Tourismus hat mich bei einem Besuch mit diesem Pass unterstützt. Herzlichen Dank.

Wer Japan in München erleben möchte. Hier entlang:

Wo München japanisch isst und ist – Japan in München: Restaurants, Shopping, Kultur

Teile diesen Beitrag
Charis
Follow me
  1. Liebe Charis,
    danke für den tollen Bericht und was für coole Fotos von den Hofflohmärkten.
    Frauke

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.