Restaurant Decantei Brixen

Restaurant Decantei: Moderne Südtiroler Wirtshausarchitektur im Domquartier von Brixen

Geschichtsträchtige Orte gekonnt einer neuen Nutzung zuzuführen, verlangt das Wissen um historische Werte und handwerkliche Möglichkeiten. Und in jedem Fall eine gute Portion Fingerspitzengefühl. Zwei, die diese Voraussetzungen im Gepäck haben, sind das Architektenduo Pedevilla aus Bruneck. In zahlreichen Projekten haben sie ihr Können bereits bewiesen. Der Umbau der ehemaligen Decantei in Brixen zum Restaurant Decantei gehört zu ihren jüngsten Referenzen.

Das Südtiroler Restaurant Decantei befindet sich in der historischen Innenstadt von Brixen. Durch mittelalterliche Straßen und Gassen spaziert man ins Zentrum des ehemaligen Bischofssitzes. Dort, in unmittelbarer Nähe des Doms, befindet sich das 2019 eröffnete Gasthaus.

Die Dechantei“ war einst die Residenz des Domdekans. Die Ursprünge des Gebäudes reichen bis 13. Jahrhundert zurück.

Restaurant Decantei – Südtiroler Wirtshaus

Hartwiggasse 5
Italien /Südtirol – 39042 Brixen
+39 0472 674270

Koch: Fabian Eccli

Restaurant Decantei

Montag bis Sonntag 8.30 bis 23.00 Uhr

Frühstück
Mittag
Abendessen

 

Restaurant Decantei Brixen
Restaurant Decantei Brixen – Innenhof

Restaurant Decantei: Historische Mauern neu interpretiert

Hinein in die gute Stube gehts auf zwei Wegen: Entweder betritt man die Decantei durch eine Tür und landet direkt in der Bar. Daran schließen sich weitere Gasträume an. Wer die massive Holztür in einem gemauertem Rundbogen öffnet, steht nach wenigen Schritten in einem teilweise schattigen und vor allem im Sommer angenehm temperierten Innenhof.

Wir entscheiden uns für Letzteres und nehmen an einem der edel gedeckten Tische Platz. Mintgrüne Metallstühle wirken filigran und modern vor grauen Wänden. Ein paar Pflanzen sind auch dabei. An einem sonnigen Tag ist dieser Innenhof, in dem schon Kaiser und Elefanten (!) gerastet haben, ein perfekter Ort, um sich zum Essen zu treffen.

Im Inneren des Restaurants Decantei ist die historische Raumstruktur erhalten geblieben. Pedevilla Architects verwenden farbiges Glas für die Fenster und Messing für Türen und Leuchten, um auf die historische Verankerung im Domviertel hinzuweisen.

Der Gastraum wirkt sehr puristisch. Tische und Stühle aus hellem Lärchenholz stehen vor grau verputzten Wänden. So gleicht der Aufenthalt einer Zeitreise. Die Männer, die am Nachbartisch ihr Mittagessen einnehmen, unterscheiden sich wohl kaum von denen, die früher in einem Südtiroler Gasthaus saßen.

Kreise: Gestaltungselement von Pedevilla Architects

An den Wänden der Decantei hängen einige Bilder. Auffallend sind auch die vielen runden Formen: Kreise spielen im Design der Pedevilla eine große Rolle. Sie finden sich als Elemente an der Bar, in Stuhllehnen, Fenstern, Lampen und Türklinken.

Messingfarbene Trichterlampen, die von der Decke hängen, sorgen für ein warmes und angenehmes Licht. Wie laut oder leise es hier manchmal zugeht, ist schwer zu sagen. An diesem Sommertag ist es angenehm ruhig.

Auch im zweiten, etwas versteckten Innenhof sitzen Gäste. Ein großes Sonnensegel schützt sie vor zu viel Licht.

Knödel und Schlutzkrapfen: Südtiroler Wirtshausküche im Restaurant Decantei

Wir wählen aus dem Mittagsmenü und probieren ein Knödelquartett und gefüllte Schlutzkrapfen. Beides gut. Dazu serviert uns der Kellner der Decantei einen gut gekühlten Kerner (Das ist ein Weißwein.) vom nahen Pacherhof. Den werden wir einige Tage später noch bei einer Wanderung vom Seehof rund um die Weingärten des Klosters Neustift besuchen.

Das Wirtshaus Decantei ist eine gelungene Symbiose aus historischem Bestand und moderner Übersetzung. Wer sich nach dem Essen die Füße vertreten möchte: Der Brixener Hofburggarten ist nur wenige Schritte entfernt.

Brixen: Historische Stadt im Eissacktal

Brixen gilt als älteste Stadt Tirols und liegt im Südtiroler Eisacktal. Sie ist von majestätischen Alpengipfeln umgeben und glänzt mit einer Geschichte, die bis ins 10. Jahrhundert zurückreicht. Besucher lieben die malerischen Gassen der Stadt, ihre historischen Bauten und die zahlreichen Möglichkeiten für Outdoor-Aktivitäten.

Geschichte von Brixen

Die Stadt war lange Zeit ein bedeutendes geistliches Zentrum. Noch heute ist Brixen der Sitz des Bistums Bozen-Brixen. Besucher können die prächtige romanische Kathedrale besichtigen, die im 13. Jahrhundert erbaut wurde.

Das sind ein paar Empfehlungen für einen Aufenthalt

• Spaziergang durch die Altstadt: Brixen hat ein pittoreskes Zentrum mit engen Gassen, historischen Gebäuden und lebendigen Plätzen. Es gibt viele hübsche Geschäfte und Cafés.

• Ausflug zur Plose: Die Plose ist Brixens Hausberg. Im Sommer toll zum Wandern, im Winter zum Skifahren. Vom Gipfel der Plose und auch schon von ihren Hängen (wie aus dem Hotel My Arbor)  ist die Aussicht auf die umliegenden Berge atemberaubend.

• Südtirol ist bekannt für seine kulinarischen Spezialitäten. Brixen hat neben dem Restaurant Decantei noch mehr ausgezeichnete Lokale, in denen Südtiroler Gerichte und Weine serviert werden. Eine Empfehlung ist das in einem Park gelegene Brix01.

• Ausstellungen: Es gibt viel zu besichtigen, zum Beispiel im Diözesanmuseum, Krippenmuseum und Pharmaziemuseum.

Mehr Tipps für Brixen gab es zum Beispiel in der Zeitschrift essen & trinken 03/2024.
Mehr Tipps für Brixen gab es zum Beispiel in der Zeitschrift essen & trinken 03/2024

Aktualisiert. Der Artikel erschien erstmalig am 14.September 2021.

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Charis
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  1. Kleint, Volkmar

    Den Herrn Dechanten würd es freun –
    gern trank er Wein, früh schon ab neun !?!

    Mit vielleicht zu locker dosiertem Fingerspitzengefühl ,für das aber die Betreiber und die Architekten umso mehr zu loben sind – VK

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