Rezept für Bozner Kastanienherz

Auf das Knacken kommt es an: Rezept für Bozner Kastanienherzen

Angeblich ist es das Knacken der dunklen Schokolade, die diese Spezialität erst so richtig perfekt macht. Auf der Suche nach einem Südtirol-Moment, der meine Sehnsucht stillt, habe ich mich an ein herbstliches Rezept aus den Bergen erinnert: Bozner Kastanienherzen.

Glaubt man der Legende, ist die Spezialität in einem Café in den Bozner Lauben aus einer Not heraus entstanden. Die ersten Herzen erfreuten ein verliebtes Paar, denen sie die Verlobungsfeier versüßten. Und einmal auf den Geschmack gekommen, wurden die Kastanienherzen schnell zu einer beliebten und im Herbst immer wieder gern verköstigten Leckerei.

Kastanienherzen sind eine süße Sünde aus wenigen Zutaten, genau genommen aus Maroni (Esskastanien), Zucker und Schokolade. Ihr benötigt für die Herstellung etwas Geduld und ein wenig handwerkliches Geschick. Aber keine Sorge: sollte es mit dem Formen nicht so recht klappen (das ist gar nicht so unwahrscheinlich), macht das gar nichts. Wenn die Masse erst einmal in die heiße Schokolade getaucht ist, erstarrt und mit Sahne verziert, dann ist alles andere Nebensache: Auf das Knacken kommt es an!

Gekochte Esskastanien
Gekochte Esskastanien

Rezept für Bozner Kastanienherzen

(Ich habe mich an einem Rezept auf suedtirol.info orientiert, allerdings andere Mengen genommen und es ein ganz klein wenig abgewandelt, weil es so einfacher für mich umzusetzen war. Das Originalrezept findet Ihr hier: Knackige Herzen)

Ohne Sahne sind die Herzen vegan!

Zutaten für 12 Kastanienherzen

½ Kg frische Maronen (Esskastanien)
125 g Zucker
200 g sehr dunkle Schokoladenkuvertüre (70%)
1 halbes Glas Südtiroler Nussler (selbstgemacht)
Schlagsahne

Rezept für Südtiroler Nusslikör

Zubereitung

Die gewaschenen Esskastanien werden in einem Topf mit Wasser in etwa 20 Minuten weich gekocht. (Ich habe sie fast 30 Minuten kochen lassen und fand sie immer noch etwas hart. Es kommt vermutlich auf die Sorte und die Größe an.

Die Esskastanien abgießen, kurz auskühlen lassen und halbieren. Das weiche Mark heraus löffeln und in eine Schüssel geben. – Das Originalrezept sieht vor, diese Masse durch ein Sieb zu pressen. Das habe ich nicht gemacht. – Die Maroni mit dem Zucker mischen und zu einem Teig verkneten. Man erhält eine Masse, die an Marzipan erinnert. Hier habe ich als Zusatz das halbe Glas mit dem Nussler beigemischt.

Aus der Masse Kugeln formen, dann eine Spitze und auf ein Backpapier legen. Auf einer Seite mit dem Daumen eine Delle eindrücken. Jetzt kommt es darauf an, etwas hinzubekommen, das an ein Herz erinnert. Kalt stellen.

Die Kuvertüre im Wasserbad schmelzen. Dabei gut umrühren bis keine Klumpen mehr zu sehen sind. Die Maroniherzen aufspießen und in die Kuvertüre tauchen, bis sie gut bedeckt sind. Zur Spitze hin abtropfen lassen und wieder auf das Backpapier legen.

Esskastanien, Maroni oder Keschtn? – Egal. Es bezeichnet die selbe Frucht.

Nun warten bis die Kuvertüre ganz ausgekühlt und fest ist. (ich konnte es nicht ganz abwarten.)

Schlagsahne mit etwas Zucker sehr fest aufschlagen und in eine Spritztülle füllen. Die Herzen mit der Sahne und falls man noch hat, mit ein paar Maronifäden, verzieren. Ich hatte keine mehr und habe dafür Pistazien genommen. Krokant geht auch.

Perfekt sind die Kastanienherzen, wenn sie beim Anstechen knacken.

Darauf kommt es an:

Möglichst frische und große Maronen kaufen. Auf keinen Fall vorgefertigtes Maronenmus verwenden.

Weil es wirklich mühsam ist die gekochten Esskastanien heraus zu schälen, sollte Zeit dafür eingeplant werden. Ebenso für das Auskühlen, denn erst wenn die Schokolade fest ist, hat man den vollen Genuss.

Sehr feiner Zucker oder Puderzucker lassen sich am besten verkneten. Eventuell etwas weniger verwenden und die Masse probieren. Die Kastanienherzen sind eine echte Bombe. Da die Maroni von Natur aus etwas süß sind, reicht vielleicht auch etwas weniger Zucker.

Wenn Kinder mit essen: Hände weg vom Alkohol oder zwei Varianten machen. Ansonsten eignet sich alternativ zum Nussler Rum.

Die Kuvertüre muss immer dunkel sein und einen möglichst hohen Kakaoanteil haben. Je höher, umso besser.

Im Originalrezept kommen auf die Sahne noch dünne Kastanienfäden, die mit einer Presse hergestellt werden. Wer einen Tipp hat, wie man es sonst machen kann: Her damit!

Andere Spezialitäten aus Esskastanien: Keschtnriggl-Produkte

Das Südtiroler Törggelen – ein herbstliches Vergnügen. Eine Verbindung aus Wanderung, geselligem Beisammensein, Wein und eben Kastanien.

Bozner Kastanienherz - Erster Versuch
Bozner Kastanienherz – Erster Versuch
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Charis
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  1. Avatar
    Louisa

    Köstlich! Noch viel besser als ich gedacht habe 🥰

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