Bist du wie ich an einer gelb blühenden Wiese voller Pusteblumen vorbeigekommen und willst jetzt Löwenzahnhonig selber machen? Grundsätzlich ist das eine gute Idee. Der aromatische Sirup aus Wildblüten ist rein pflanzlich und je nachdem, wie du ihn süßt, vegetarisch und vegan.
Allein das Sammeln an der frischen Luft und das gute Gefühl, etwas selbst gemacht zu haben, sind die Mühe wert.
Viele Namen, eine Blume: Löwenzahn
Die lateinische Bezeichnung lautet Taraxacum, aber im Volksmund werden dem Löwenzahn ungewöhnlich viele Namen zugesprochen. Sie beziehen sich mal auf sein Aussehen (Pusteblume), dann auf die Zeit der ersten Blüte (Maistöcke) und in anderen Fällen auf die Wirkweise der Pflanze.
So wird der Löwenzahn im Volksmund genannt
Bedsoicher, Pusteblume, Maistöcke, Teufelspflanze, Wiesengold, Seicherblume, Augenmilch, Kuhblume, Hundeblume, Bettschisser, …
Die Löwenzahnpflanze besteht aus länglichen gezackten Blättern aus denen sich dicke Stengel mit einer gelben Blüte emporschieben. Der Stiel ist hohl. Bricht man ihn auf, fließt eine weiße Milch heraus, die die Finger unangenehm schwarz färben.
Nach dem Verblühen entsteht ein kugelförmiger weißer Flaum aus den Samen, die sogenannte „Pusteblume“. Unter guten Bedingungen kann ein Löwenzahn bis zu 30 cm hoch wachsen. Er blüht vereinzelt bis in den Herbst hinein. Zum Sammeln eignen sich jedoch die ersten Blüten.

Welche Pflanzenteile sind essbar?
Für dieses Rezept werden nur die Blütenblätter der aufgeblühten gelben Blüten verwendet. Löwenzahn ist essbar, hat aber einen leicht bitteres Aroma. Wenn du Löwenzahnhonig selber machen möchtest, musst du dir keine Sorgen machen. Die Flüssigkeit wird durch den beigefügten Zucker süß genug.
Erntest du die frischen grünen Blätter für einen Salat, solltest du nur die jungen verwenden und auch diese nur sparsam. Je nachdem, wie sehr du Bitterstoffe magst.
Ein oft vernachlässigtes Pflanzenteil sind die als Pfahl ausgebildeten Wurzeln der Löwenzahnpflanze. Diese galten früher als möglicher Kaffeeersatz (weil bitter!). Dafür wurde die Wurzel getrocknet und gemahlen. Sie lässt sich aber auch für einen Heilkräuterschnaps verwenden.
Einfaches Frühlingsrezept: Löwenzahnhonig selber machen
Um meine Pläne in die Tat umzusetzen, habe ich einen großen Beutel frische Löwenzahnblüten gepflückt. Einige Rezepte schreiben vor, es müssten drei Kilogramm sein (das erscheint mir viel zu viel), andere nehmen deutlich weniger. Ich habe ungefähr 1 kg Löwenzahnblüten gesammelt.
Zutaten
ca. 1 kg frische Löwenzahnblüten (ergibt nach dem Zupfen etwa 300 g reine Blütenblätter)
1 Liter Wasser
Saft einer Zitrone
Für Sirup: 1 kg Zucker pro Liter gewonnener Flüssigkeit
Für Gelee: Gelierzucker 2:1 nach Packungsangabe
Tipps für das Sammeln von Löwenzahnblüten
Wer sich die Finger nicht schwarz färben will, zieht am besten schon beim Pflücken Handschuhe an. Der Milchsaft des Stiels lässt sich nur mühsam abwaschen.
Bitte daran denken, dass sich Blüten bei Sonne öffnen und mit der Dunkelheit schließen. Man sollte also frühzeitig pflücken und entsprechend schnell entblättern.
So viel Löwenzahnblüten sollten es sein: etwa 1 kg.
Den frisch gepflückten Löwenzahn schütte ich auf ein großes Holzbrett, von dem nun eine regelrechte Ameisen- und Kleintierflucht einsetzt. Also Achtung! Es kann von Vorteil sein, das Säubern und Verarbeiten im Freien oder auf dem Balkon zu beginnen.

Alle Löwenzahnblüten müssen vom Grün befreit werden. Das geht am besten, indem jede Blüte einzeln ausgezupft wird. Ist mühsam, dauert auch, aber macht auch Spaß.
Die Löwenzahn-Blütenblätter ( bei mir reichlich 300 g – ein mittelgroßer Topf voll) habe ich mit 1 Liter Wasser aufgegossen und kurz wallend aufgekocht.
Zeit einplanen
In allen Rezepten, die ich gelesen habe, ist beschrieben, dass der Sud über Nacht stehen und durchziehen soll. Daran habe ich mich gehalten. (Eine kleine Pause nach dem mühsamen Sammeln und Zubereiten tut sowieso ganz gut.)
Am Folgetag geht es weiter: die Löwenzahnblüten abseihen und die gewonnene Flüssigkeit (hier: 1 Liter) mit dem Saft einer Zitrone versetzt aufkochen.
Ein Rezept, zwei Ergebnisse: Löwenzahnsirup oder Löwenzahngelee
Für die Fertigstellung des Löwenzahnhonigs ergeben sich zwei Möglichkeiten:
Ein dickflüssiger Sirup entsteht, wenn man die Flüssigkeit im Verhältnis 1:1 mit Zucker einkocht. Es entsteht der sogenannte Löwenzahnhonig, der eigentlich ein Sirup ist.
Alternativ kann Gelierzucker im Verhältnis 2:1 verwendet werden. Das ergibt ein Gelee, einen nicht zu süßen Löwenzahn-Aufstrich, der auf Brot schmeckt, zu Joghurt, gemischt mit Müsli, über Pfannkuchen oder ins Salatdressing gerührt.
Es ist bei beiden Varianten wichtig, dass die Flüssigkeit noch heiß in die ebenso heiß ausgespülten Marmeladengläser gefüllt werden. Besonders gut funktionieren Gläser mit Schraubdeckel. Nach dem Einfüllen werden diese auf den Kopf gestellt und erst nach dem Auskühlen wieder gewendet.
Wie lange hält der Löwenzahnsirup?
Gut verschlossen und kühl gelagert hält sich der Sirup mehrere Monate, das Gelee mindestens ebenso lange. Angebrochene Gläser gehören in den Kühlschrank und sollten innerhalb von vier Wochen verbraucht werden.
Löwenzahnhonig ohne Zucker
Du willst Löwenzahnhonig selber machen, aber keinen Zucker verwenden? Mit Xylit oder Agavendicksaft funktioniert das Einkochen genauso gut – das Ergebnis ist etwas weniger süß, dafür bekommt der Löwenzahngeschmack mehr Raum.
Aktualisiert. Das Rezept erschien erstmalig am 13. Mai 2013.

So, ich hab gerade fertig Gefrühstückt auf meinem schon Blühenden Balkon und vermiss einfach mein Löwenzahnaufstrich. Werde mich jetzt schick machen und auf Bluetenjagt hier bei uns im schönen BANNEWITZ bei Dresden machen. Ich verschenke den Honig sehr gern an Freunde. Besser als Blumen kaufen
(^_-)
Hi, war gerade auf der Wiese bei uns in der Stadt um habe eine ganz Schlüssel voll Blüten gepflückt. Ich bin mal gespannt obs was wird. Werde dann wieder berichten.
Danke auf jeden Fall für das Rezept. Daumen hoch!
Liebe Grüße
Sebastian
In diesem Jahr habe ich es mir ganz fest vorgenommen!
[…] Auch wenn ich in meinem eigenen Garten noch weit von der Ernte entfernt bin, habe ich die Jahreszeit genutzt und etwas anderes geernet: Löwenzahn! Zwei Mal war ich schon auf der Wiese und habe unzählige gelbe Löwenzahnblüten pflücken. Beim ersten Mal hat mir zum Glück meine Freundin geholfen, denn nach dem Pflücken wollen die gelben Blüttenblätter ja auch noch gezupft werden. Alleine hab ich für 200 Grammm Blüten etwa 3 Stunden gebraucht *puh* Und die färben die Finger immer ein wie Sau. Aber ich denke, nun hab ich genug Löwenzahngelee und -honig […]
Super lecker und leicht zu machen.
Nur zur Info : die Blüten müssen nicht gerupft werden, nur direkt am Kelch abschneiden !
Das werde ich in diesem Jahr auf jeden Fall auch so machen. Danke für den Hinweis!
Guter Hinweis. Danke Sabine!