Weil Norwegens Hauptstadt nicht nur eine der teuersten, sondern auch eine der schönsten Städte ist, die ich besucht habe, möchte ich meine Highlights für ein Wochenende in Oslo gern weitergeben. Du findest findest in den Empfehlungen meine Top Ten (oder etwas mehr…).
Ein Wochenende in Oslo – Kann man sich das leisten? Ja!
Vorweg ein paar Tipps, für alle, denen die Preise in Norwegen Angst machen. Norwegen gehört zu den zehn teuersten Ländern der Welt und Oslo zu den teuersten Städten. Das muss nicht schön geredet werden. Dennoch ist es möglich, eine richtig gute Zeit in Norwegen zu haben. Am besten fängt die Planung schon zuhause an.
Gut planen, günstig reisen
Obwohl wir erst drei Tage vor Ostern gebucht haben, haben wir nur ca. 100 € pro Person pro Tag incl. Anreise 8.00 – Abreise 20.00 Uhr und Frühstück in schönem Hotel mit perfekter Innenstadtlage gezahlt. Checkt die gängigen Plattformen. (Zeitpunkt der Reise: Ostern 2018)
Günstig und zentral übernachten in Oslo
Wir haben im Hotel Bondeheimen geschlafen. Zentrale Lage, fairer Preis. Keine übertriebene Freundlichkeit, aber saubere, nett hergerichtete Zimmer. 1 A Lage. Bequem erreichbar. Umfangreiches Frühstück.
Verfügbarkeit und Preise im Hotel Bondeheimen *
Geld sparen in Oslo: So gehts
Bahn statt Taxi – Vom Flughafen ins Stadtzentrum
Die Anreise vom Flughafen in die Stadt erfolgt am besten mit der Regionalbahn. Taxifahren in Oslo ist extrem teuer. Der Expresszug vom Airport fährt zwar etwas häufiger, braucht aber nur wenige Minuten weniger. In einer knappen halben Stunde fährt die Bahn vom Flughafen ins Stadtzentrum. Kaufe die Fahrkarten man am besten am Automaten, denn: Automat ist günstiger als Schalter.
Einzeltickets statt Besucherpässe
Mehrtagespässe für den öffentlichen Nahverkehr und Museen sind nett, aber ziemlich überflüssig. Wer pausenlos von einem Museum ins nächste geht, hat vielleicht einen Vorteil. Ansonsten sind Osloer Sehenswürdigkeiten bei zentraler Unterkunft zu Fuss meist sehr gut zu erreichen. Wenige Einzeltickets für den öffentlichen Nahverkehr sind preiswerter als der Mehrtagespass.
Kostenlos in öffentliche Gebäude
Kostet gar nichts: Die Osloer Oper ist DAS Wahrzeichen der Stadt. Ihr Besuch ist von außen und in der Lobby komplett kostenfrei.
Tipp: Wir haben außerdem ein Mittagskonzert besucht (ca. 11 € für ein einstündiges Konzert.)
Das Rathaus ist ebenso kostenfrei zu besichtigen.
Günstig essen
Wer teure Restaurants vermeiden möchte, dem bleiben Supermärkte und Imbisse wie Narvesen und Deli de Luca in der ganzen Stadt.
Tipp: Für 29 Kronen bekommt man einfache, aber gute Pølser (skandinavische Wurstspezialität) und das zu nahezu jeder Tageszeit.
Dem Licht entgegen: moderne norwegische Architektur
Besonders faszinierend an Oslo ist die Architektur. Der lebendige Kontrast zwischen historischen Gebäuden in der Innenstadt und den modernen Bauten am Fjord, macht die Stadt besonders spannend.
Ein besonders eindrucksvolles Beispiel dafür ist fünf Minuten zu Fuß vom Hauptbahnhof entfernt: die Osloer Oper. Erbaut 2008 vom norwegischen Architekturbüro Snøhetta, erinnert das Gebäude an einen gestrandeten Eisberg. Der helle Marmor leuchtet unglaublich, wenn die Sonne scheint. Überall klettern Menschen herum. Man kann um das Gebäude herumlaufen oder auf das Dach steigen. Glas, Stein und Holz dominieren den Bau, immer im Zusammenspiel mit dem blauen Wasser, dass nur wenige Meter entfernt in der Sonne glitzert. Es lohnt sich unbedingt die lichtdurchflutete Lobby zu besichtigen. Im Restaurant sitzt es sich wunderbar. ♥ Tipp: Die Balcony-Konzerte. Für wenig Geld ein Stück norwegische Kultur. → operaen.no
Gleich hinter der Oper lockt das moderne Viertel Barcode. Zukunftsweisende Architektur, die ihresgleichen sucht. Außerdem wird aktuell hinter der Oper eine neue öffentliche Bibliothek für 400.000 Bücher gebaut, die zu den modernsten der Welt zählen wird. Geplante Eröffnung 2019.
Nachtrag: Die Bibliothek ist inzwischen eröffnet. Informationen hier.
Hafencity Aker Brygge – Dieser auch bei Einheimischen beliebte Teil von Oslo gehört unbedingt zum Wochenendprogramm! Die moderne Hafenpromenade mit vielen Restaurants und einer gut frequentierten Marina ist durch großzügige Außengastronomie sehr belebt und einladend. Hamburg könnte sich von der Lebendigkeit dieses Stadtteils eine fette Scheibe abschneiden.
Am Ende der Seepromenade von Aker Brygge liegt das Astrup Fearnley Museum mit internationaler zeitgenössischer Kunst. Auch einige Werke von deutschen Künstlern wie Polke und Kiefer sind hier ausgestellt. Das Museum beeindruckt zum einen durch seine Präsentationsflächen und die moderne Architektur. Gleichzeitig hat es und jedoch auch durch sein nettes Café begeistert. Im Sommer gibt es vor der Tür einen kostenfreien Badeplatz.
♥ Tipp: Im Museumsshop findest Du sicher eine Erinnerung an Deine Reise. → afmuseet.no/en/
Bohne statt Korn, Kräuter statt Dörrfisch: Cafés, Bars und Restaurants in Oslo
Das kulinarische Angebot in Oslo ist mit anderen europäischen Städten vergleichbar, wenngleich ich deutlich mehr Fischrestaurants erwartet hätte. Überdurchschnittlich oft gab es Sushi, was an der Nähe zum Meer liegen mag.
Ansonsten ist die Stadt ein Paradies für Kaffeetrinker. Es gibt viele Kaffeeröstereien und die köstlichen Zimtschnecken, die überall angeboten werden, harmonieren wunderbar dazu.
Tipp: Das Kaffeetrinken nicht zu lange herauszögern. In den meisten Cafés war am 15.30 Uhr der Kuchen fast ausverkauft.
Mein absoluter Favorit in Oslo: die Fuglen Espressobar im Vintagestyle. Seit 1963 gibt es diese Mischung aus Cocktailbar und Café im skandinavischem Design.
Mir haben die ungewöhnliche Strukturtapete, der frisch geröstete Kaffee und die ungewöhnliche Cocktails gefallen. Am Abend ist die Bar auch bei Einheimischen sehr beliebt.
Ein Pendant zur Osloer Fuglen Espressobar gibt es in Tokyoer Stadtteil Shibuya und in Asakusa (→ Fuglen in Tokyo). → fuglen.no
Eine schier endlose Ansammlung von Cafés, Bars und Restaurants findet man im Stadtteil Grünerløkka. Mein Favorit ist das Bistro Ostebuttiken mit ca. zehn Zweiertischen. Hier kann man köstlichen Käse probieren oder französische Küche wie Muscheln mit Roquefort oder eine Bouillabaisse genießen. → ostebutikken.com
The Nighthawk Diner wird Amerika und Burger-Fans verzaubern. Das Ambiente und auch die Kleidung der Servicekräfte haben mich extrem an eine Diner auf der Melrose Ave in L.A. erinnert. Das Essen ist ok.
Tipp: Hier bekommt man kostenfrei große Wassergläser auf den Tisch.
Genuss ohne Ende versprechen die Mathallen (Markthallen) auf der anderen Flussseite bei Grünerløkka. Hier gibt es viele unterschiedliche Stände. Fisch, Fleisch, Kuchen und überall sieht es sehr verlockend aus. Aber Vorsicht: die Preise sind zum Teil utopisch. mathallenoslo.no
Für die besten Zimtschnecken der Stadt möchte ich Euch zu W.B. Samson schicken. 4,50 € muss man für so ein Schätzchen hinlegen, aber egal. Der Spaß ist es wert. Zu finden in der Innenstadt, in Grünerløkka und mehrfach auf dem Flughafen. → samson.no
Nur die Nase platt drücken konnten wir uns am legendären Theatercafé. Es hatte zu Ostern geschlossen und befindet sich auf dem Weg von der Innenstadt nach Aker Brygge. → theatercafeen.com
Für Aker Brygge habe ich eine Empfehlung im Astrup Fearnley Museum: Im Museumscafé sitzt man ausgezeichnet und es gibt köstliche Sandwiches zu essen. Die vielen Restaurants am Hafenrand haben wir nicht probiert. Spannend sind aber auch die Food Trucks in der Nähe des Busbahnhofs am Anfang. Die Preise sind wie in Deutschland, dafür schmeckt es jedoch.
Ebenfalls geschlossen hatte das versteckt gelegene japanische Restaurant Izakaya. Dort soll es kleine japanische Köstlichkeiten zu günstigen Preisen geben. → izakayaoslo.com
Ganz zum Schluß noch ein Tipp für eine netten Abend unter Norwegern: In der Bar Torggata Botaniske werden Cocktails mit frischen Kräutern serviert. Zahlreiche Grünpflanzen hängen von der Decke. Das Ambiente, das uns irgendwie an die Anfänge von „infarm“ in Berlin erinnerte, ist eine Mischung aus Vintage, Labor und Zoohandlung. Die Bar liegt etwas versteckt. Die Cocktails sind teuer, aber dafür sehr gut.
Uns hat Torggata Botaniske gefallen, weil es ein einfaches Eintauchen in das Osloer Nachleben ermöglicht. Es werden fast ausschließlich Getränke serviert. Snacks allenfalls in Form von Chips und Oliven. Netter Service. Ab 17.00 Uhr. Torggata 17B, 0183 Oslo – torggatabotaniske.no
Design, Stationary und Trödel: Shoppingtipps für Oslo
Im Gegensatz zu London oder anderen Städten halten sich Norweger, ähnlich wie in Deutschland ziemlich genau an die Feiertage. Trotzdem waren wir ein wenig bummeln und die schönsten Läden waren für mich diese hier:
Lush Dive – dieser geniale Schreibwaren-Laden liegt in Grünerløkka. Neben Marken wie Kaweco und Leuchtturm finden sich Produkte von Midori und unbekannteren japanische Firmen, die ich in Deutschland so noch nicht entdeckt habe. → facebook.com/lushdive/
Im gleichen Stadtteil befindet sich der kleine Trödelladen Inventarium. Hier ist es wie überall im Flohmarkt-Style: hingehen, schauen und mit Glück etwas entdecken.
Tipp: Wer absolut nichts findet: In der Umgebung gibt es noch einige ähnliche Läden. → facebook.com/inventariumet/
Das Kulturzentrum Bla sollte man sich so oder so notieren. Es befindet sich zwischen Grünerløkka und der Innenstadt. Hier findet man jede Menge Streetart an den Wänden, am Abend finden Veranstaltungen statt und wir hatten das Glück einen Mini-Flohmarkt zu besuchen. Von der Innenstadt aus ist das Bla auch am Abend bequem zu Fuss zu erreichen.
Wer den Hipster-Style vom Berliner Prenzlauer Berg mag, dem könnte das Luck gefallen. Von Mode über Grünpflanzen bis zu Porzellan, findet man hier alles, was das Norweger-(Hipster)-Herz begehrt. →luckoslo.squarespace.com
Per Boot ins Museum: Auch das ist Oslo!
Oslo hat zahlreiche Museen. Wir haben uns für Kunst und Seefahrt entschieden. Nicht zuletzt, weil der Besuch des Fram Museum mit einem weiteren kleinen Abenteuer verbunden werden kann: Du kommst nur mit dem Boot hin!
Die Überfahrt bietet fantastische Aussichten auf Aker Brygge, die Oper und die Hafenpromenade. Das Fram Museum ist mit den beiden beeindruckend großen Expeditionsschiffen im Inneren und den zahlreichen Exponaten zur Seefahrt für Kinder und Erwachsene gleichermaßen sehenswert. →frammuseum.no
Das Astrup Fearnley Museum mit zeitgenössischer Kunst wurde bereits etwas weiter oben empfohlen.
Das empfehlen andere für ein Wochenende in Oslo
Für die spektakulären Polarlichter müsst ihr noch ein Stück weiter gen Norden reisen. Einen interessanten Artikel über Polarlichter in Norwegen habe ich bei Nordkap nach Südkap gefunden: Nordlichter in Norwegen
Wer überlegt, den Besuch Oslos mit einer mehrwöchigen Tour durch Norwegen zu verbinden, findet in diesem Artikel gute Anregungen. Sina war mit Wohnmobil und Hunden drei Wochen unterwegs und hat auch die norwegische Hauptstadt besucht.
[…] Einen aktuellen Reisebericht über Oslo hat Charis von schönste Zeit. […]
Schöne Liste, allerdings kann man Nordlichter schon des öfteren (wenn auch etwas seicht) von Oslo aussehen.
Dieser Artikel ist wirklich gut geschrieben und ich bin froh, auf diesen Blog gestoßen zu sein. Ein Daumen hoch von mir.