Tiroler Reine Gletschermilch - Seifenstück fotografiert auf dem Stubaier Gletscher

Duft der Alpen: Tiroler Reine Seife aus der Seifenmanufaktur Walde in Tirol

Wer die Stadt Innsbruck besucht, hat die Chance ein traditionelles Tiroler Produkt zu erwerben. Seit 1777 stellt die Firma Walde in Innsbruck Seife her. Wir haben ihre Produktionsräume besucht.

Aktualisiert. Der Artikel erschien erstmalig am 21.10.2012.
Die Herstellung von Seife hat in Österreich eine lange Tradition. Meist befanden sich die Seifensieder in unmittelbarer Nähe zu den Schlachtern, weil sie Abfallprodukte derselben für ihre Produktion benutzten. So war das auch bei der Seifensiederfamilie Walde, die das Unternehmen im Jahr 1777 in der Innstraße 23-25 gründete. Noch heute ist das Stammhaus mit einem kleinen Laden für den Publikumsverkehr geöffnet. Die Produktion ist jedoch 2006 in einen Neubau an den Stadtrand umgezogen. 

Die Geschichte der Seifensiederfamilie Walde

Alles beginnt im Innsbrucker Stadtteil St. Nikolaus nahe der Innsbrucker Altstadt. Die farbenfrohe Häuserzeile am Ufer des Inn ziert viele Postkarten. Für drei Brüder aus Schirgiswalde in der Nähe von Bautzen soll dieser Ort in Tirol eine neue Heimat werden. Obwohl sich vor den Waldes bereits andere Familien als Seifensieder niedergelassen haben, wagen die drei Sachsen hier einen Neuanfang. Die in den Nachbargassen angesiedelten Bäckereien liefern ihnen Aschelauge für die Seifenproduktion. Von den Metzgern bekommen sie den notwendigen Talg.

Bunte Häuserreihe in Innsbruck mit Bergen im Hintergrund
Stammhaus der Seifenfabrik Walde in Innsbruck

Die Erlaubnis ein Grundstück zu erwerben, müssen sie sich erarbeiten. Es gelingt ihnen, weil sie den Auftrag bekommen, die Beleuchtung der Stadt mit Talglichtern sicherzustellen. Sie übernehmen die Aufgabe so verlässlich, dass ihnen der Kauf des Stammhauses in der Innstraße 25 gelingt. Sie haben nun Stadtrecht. Das zweite Gebäude Innstraße 23 kauft Peter Walde (I) später dazu. Seine Brüder haben Innsbruck inzwischen wieder verlassen. Den einen zieht es zurück in die Heimat. Der andere wandert weiter nach Südtirol.

Die anfängliche Produktion von Handseife, Schmierseife (zum Putzen) und Talglichtern wird immer weiter ausgebaut. Heute produziert Walde in der siebten bzw. achten Generation und hat das Sortiment um nachhaltige und innovative Produktlinien erweitert. Mit dieser Historie ist die Firma Walde einer der ältesten Familienbetriebe in Österreich.

Was ist Tiroler Reine Seife?

Die Tiroler Reine Seife ist eines der Signature-Produkte des Familienbetriebes. Es verknüpft die Geschichte der Region und die Natur- und Pflanzenwelt der Tiroler Alpen auf ideale Weise miteinander. Erdacht vom heutigen Inhaber Peter Walde und der Produktmanagerin Therese Fiegl (auch Ideengeberin für die Tiroler Edle-Schokoladen) hat die Tiroler Reine schnell einen festen Platz in Tiroler Haushalten und Hotelbetrieben erobert. Die Seife, die es sowohl als Stück, als auch als Flüssigseife gibt, wird von Urlaubern gern als Andenken mit nachhause genommen.

In Deutschland kannst Du Tiroler Reine Seife im Onlineshop Wohlgeraten kaufen. *werbung 

Walde stellt zehn verschiedene Duftnoten her. Ein rosafarbenes Seifenstück erinnert an die Blüte der Almrosen, Bergminze erfrischt und belebt, Zirbe beruhigt. Die hellblauen Stücke der Gletschermilch halten die Erinnerung an die Sellrainer Bauern wach, die im Stubaital die Wäsche der Innsbrucker Bürgerfamilien in kühlem Gletscherwasser spülten und auf den saftigen Bergwiesen zur Bleiche ausbreiteten. Und damit dieses Wissen erhalten bleibt, liegen den Seifen aufwendig gedruckte Begleithefte bei, in denen die Geschichten hinter den Aromen und Düften beschrieben werden.

Seifenstück von Tiroler Reine
Seifenstück von Tiroler Reine

Seifenherstellung

Um die Seifenherstellung besser zu verstehen, lohnt ein Blick hinter die Kulissen der Manufaktur. Noch heute werden hier unzählige Schritte per Hand gemacht. Unpersönlich automatisierte Taktstraßen sucht man im Familienbetrieb Walde vergebens.

Alle Grundstoffe werden vorbereitet, gerührt, geraspelt und maschinell zu fertigen Seifenstücken gepresst. Das sind kurze Arbeitsschritte, die noch heute von Personen eingeleitet und überwacht werden, also eine Form der Fertigung, die schon seit über hundert Jahren so praktiziert wird.

Im nächsten Schritt verlassen die fertigen Seifenstücke die wenige Meter lange Produktionsstraße auf einem Fließband und werden in Kartons gepackt. (Bei unserem Besuch waren es gerade Lavendelseifen.)

Mit Hilfe von ausgestanzten Mustern in Metallscheiben können Seifenstränge wie ein Keksteig in Form gepresst und in handliche Seifenstücke geschnitten werden. So entstehen beispielsweise Sterne und Tannenbäume. Um dreidimensionale Seifen herzustellen, werden die Seifen in Model aus Metall gegossen. Es gibt viele unterschiedliche Formen von Herzen, Bäumen bis zu Tieren und kleinen Motorrollern. Einige Seifen werden als Seifenblöcke hergestellt und mit Hilfe eines Gerätes in Scheiben geschnitten.

Kerzen, Haushaltsseifen, Seifenschalen: Wer am Markt bestehen will, muss sich neu erfinden

Um als kleines Unternehmen bestehen zu können, muss die Firma Walde sich immer wieder neu erfinden. Seifen und Kerzen im klassischen Sinne reichen längst nicht mehr aus, um die hohen Ansprüche der Kunden zu erfüllen. Neue Produkte werden erdacht und moderne Verpackungen kreiert. Auch das neue Firmengebäude, dass durch die in der Ferne leuchtenden Gipfel der Nordkette ohnehin beeindruckt, bekam ein zeitgemäßes Aussehen.

Inzwischen bietet Walde neben den klassischen Seifen und Kerzen, Kosmetikprodukte, Haushaltsseifen und Accessoires wie Seifenbänkchen an. Wer den Tiroler Seifensieder besuchen will, findet den Shop im Stammhaus nur einen kurzen Spaziergang vom Goldenen Dachl entfernt.

Carl Alois Walde AG – Seifengeschäft

Innstraße 23
6020 Innsbruck

Link zu Google Maps

Mit diesen Produkten holst Du Dir die Tiroler Berge ins Haus:

Tiroler Reine Seife als Stück und Flüssigseife
Duftkerzen mit Düften der Tiroler Reinen
Haushaltseifen wie Kernseife und Molkeseife
Eine Pflegelinie mit Traubenkernöl
Vegane Handcreme
Deocreme

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Charis
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  1. Dein Foto von der Seife auf dem Stubaier Gletscher gefällt mir sehr gut. Eine fantastische Idee, Dinge in der Umgebung zu fotografieren, mit denen du sie verbindest.

  2. Heinz W. Warnemann

    Ich bin bis vor einigen Jahren regelmäßig an dem Stammhaus vorbeigefahren und wollte schon x-mal reingehen. Schön, wenn man auf einmal durch den Beitrag wieder an etwas erinnert wird.

    • Hallo Heinz!

      Wir haben Dich als Gewinner der Tiroler Reine – Gletschermilch ermittelt!
      Bitte maile uns doch an post[at]wohlgeraten.de mal eine Adresse, an die wir sie schicken können.
      Dir und allen anderen vielen Dank für’s mitmachen!!!

      Charis

  3. Hallo Charis!

    Ein wunderbarer Text – und ich sehe gerade, dass du auch in meiner schönen Heimatstadt unterwegs warst.

    Schön, wenn dann auch noch schöne Texte wie deiner dabei herauskommen :-)

    Liebe Grüße
    Markus

  4. Sandra

    Liebe, Lust und Sinnlichkeit. Werbung kann so schön sein. Danke, Charis, für Deine Lust an Deinen Produkten und Deine Kunst, sie zu präsentieren…

    • Liebe Sandra!
      Danke für den Kommentar. Es macht ja auch unendlich viel Spaß. Das teile ich sehr gern!
      Ch.

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