Café Vollpension Wien

Kuchen wie bei Oma – Im Café Vollpension Wien backen Seniorinnen

Für den vollendeten Genuss gehört zu einem Aufenthalt in Wien ein Besuch im Caféhaus. – Wer ein besonderes Erlebnis in der Nähe des Naschmarkts sucht, der sollte sich diese Adresse für seinen nächsten Aufenthalt in der österreichischen Hauptstadt notieren.

„Vollpension“ steht in greller Neon-Schreibschrift über der Tür eines Eckhauses im 4. Wiener Bezirk. Und tatsächlich findet man hier, neben einer ungewöhnlichen Geschäftsidee, all das, was Leib und Seele zusammenhält: gutes Essen, wie man es von „Oma“ kennt.

Café Vollpension Wien
Café Vollpension Wien – Eine große Neonschrift weist den Weg.

Team „Oma“ – ein Generationenprojekt

Das Café „Vollpension“ ist ein Generationencafé. Es entstand 2012 als Projekt in Form eines Pop-Up Stores bei der Vienna Design Week. Junge Leute hatten den Geschmack der Heimat für sich entdeckt und Seniorinnen engagiert, die die Kuchen ihrer Kindheit backen konnten. Auch der Tourismusverband wurde darauf aufmerksam und griff das Konzept mit den betagten Damen auf. Das Konzept kam gut an. Darum wurden 2015 die passende Räume gesucht. Nun arbeiten „Junge“ und „Alte“ hier gemeinsam hinter dem Tresen und sorgen dafür, dass sich das bunt gemischte Publikum rundum wohl fühlt.

Flohmarktschick und Häkeldeckchen

Wer das Café Vollpension betritt, steigt zunächst ein paar Stufen herab. Das Café liegt im Souterrain. Die Wände sind unverputzt und weiß gestrichen. Bunt zusammen gewürfelte Flohmarkt-Möbel bilden gemütliche Sitzeinheiten, gemischt aus Sofas und Sesseln. An den Seiten steht allerhand Nippes. Verschnörkelte Lampenschirme, Häkeldeckchen, alte Fotos und gestickte Bilder in alten Rahmen verwandeln den Raum in ein riesiges altmodisches Wohnzimmer. Selbst in den Wirtschafts- und Sanitärräumen bleibt man dem Stil treu: die Geschirrtücher werden in guter alter Manier über Wäscheleinen getrocknet.

Zwischen Topfenstrudel und Toast Hawai

Der Servicebereich des Cafés ist gut ausgeleuchtet. Hinter dem Tresen hantiert gut beschäftigt eine nette betagte Dame. Zahlreiche hausgebackene Kuchen warten unter großen Glashauben auf hungrige Mäuler, um dann in großen Stücken auf die Teller zu wandern. Schokotorte, Strudel oder ein großes Stück, belegt mit saftigen Früchten? Leicht ist es nicht, sich zwischen dem verlockenden Zuckerwerk zu entscheiden.

Aber bitte mit Sahne

„Mit oder ohne Obers?“ werden wir gefragt und zack bekommt unser Topfen-Ananas-Kuchen mit einem altmodischen Sahne-Siphon einen großen Klecks Schlagsahne als Verzierung. Udo Jürgens hätte hier seinen Himmel gefunden.

Die Preise sind fair. Für das Stück Kuchen (2,80 €) und zwei Gläser „Omasprudel“ (wie sie den Prosecco hier nennen) zahlen wir 10 €. Da kann wirklich keiner meckern.

Das Angebot an Kuchen wechselt beständig. Etwa fünfzehn Omis arbeiten und backen im Wechsel hier und bringen so ihre alte Familienrezepte unter die Leute. Wer das Süße nicht mag, kann sich eine Jausenplatte bestellen oder wie wir zwischen Kuchen und Toast Hawai hin und her gerissen sein.

 

Regionalität ist wichtig

Die Zutaten kommen aus dem Wiener Umland, einiges wird direkt auf dem naheliegenden Naschmarkt eingekauft.

Liebhaber ausgedehnter Morgenmahlzeiten sollten sich das Frühstück am Wochenende vormerken. Es trägt den sinnigen Namen „Erbschleicher“, reicht für zwei Personen und klingt extrem lecker:

Serviert auf der 3-Stock Etagere mit 2 Glas Frizzante und gemischtem Brotkorb (2 Scheiben Schwarzbrot vom Joseph, 2 Semmerl, 2 Kipferl) und… ///Oben – Zum Einisiassln: Miniguglhupf, kandierte Nusserl, kleines Birchermüsli mit pürierten Beeren, frisches Obst und selbstgemachte Marmelade ///Mittendrin – Als Streicheleinheiten: Omas Aufstrich-Quartett (Rote Rüben-Apfelkrenn- und Ka- rottenaufstrich, Tomaten-Paprikabutter, Löffelkäse mit frischen Kräutern), frische Paradeiser und Gurkenscheiben, kleines Naturjoghurt ///Unten – Die Solide Basis: Geräuchertes Forellenfilet, Beinschinken und Bio-Mangalitza Salami vom Thum, Bergkäse, Gouda, Brie, Ofen-Kräuter-Gemüse, Butter, Essiggurkerl, hartes Ei vom glücklichen Freilandhendl aus NÖ, pikante Strudelhäppchen (Quelle: Menükarte Vollpension)

Wenn der Teller leer ist, räumt ein freundlicher Senior – ein Opi – die Tische ab. Gleichberechtigung können sie also auch. Für uns war der Besuch eine unterhaltsame Abwechslung zum klassischen Caféhausbetrieb und geschmeckt hat es prima. Hingehen!

Café Vollpension Wien - Omasprudel
Café Vollpension Wien – Omasprudel

Café Vollpension

Schleifmühlgasse 16
A 1040 Wien

www.vollpension.wien

Empfehlung:

Freunden guter Kochbücher sei der gegenüberliegende Kochbuchladen empfohlen. Bei „Babettes Cookbook“ gibt es eine riesige Auswahl und man findet Exemplare, denen man sonst eher selten begegnet.

Mehr über das Frühstück in der Vollpension habe ich auf dem Blog „die frühstückerinnen“ gefunden.  www.diefruehstueckerinnen.at/wien/vollpension/

 

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Charis
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  1. Heike Wagner

    Sind die süß! Das muss ich unbedingt mal probieren, wenn ich das nächste Mal in Wien bin.

  2. Katrin

    Ist das eine süße Idee. Da geh ich hin!
    Katrin

  3. Margit Liebmann

    Liebe Charis, Kuchen schmeckt wie bei Omi ! Im Café Vollpension in Wien, war da .

    Himmlischen !

  4. … soo gut gemacht, – als wäre man selbst dort gewesen …!

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