Kunsthaus Bregenz - Programm 2022

Kunsthaus Bregenz: Die Ausstellungen 2022

Für das Kunsthaus Bregenz ist 2022 ein ganz besonderes Jahr. Denn das Vorarlberger Museum feiert im Sommer seinen 25. Geburtstag. – Ein guter Grund einen Blick zurück zu werfen und sich gleichzeitig der Gegenwart und Zukunft zuzuwenden. Ein besonderes Jubiläumswochenende ist vom 15. bis 17. Juli 2022 geplant. Aber die Ausstellungen, die das Haus rund ums Jahr bietet, machen auch zu jeder anderen Zeit einen Besuch lohnenswert. 

Wie in den vergangenen Jahren wird das KUB auch 2022 eine Serie einzigartiger Einzelausstellungen in Bregenz zeigen. Ausgewählte Künstler*innen – Dora Budor, Jordan Wolfson und Anna Boghiguian – bieten starke Statements zu den aktuellsten Fragen der Gegenwart. Zusätzlich verwirklicht das KUB ein besonderes Projekt: eine Ausstellung in Venedig während der Biennale di Venezia 2022. 

Jordan Wolfson im Kunsthaus Bregenz 2022
Jordan Wolfson im Kunsthaus Bregenz 2022

Einen Rückblick auf das Programm 2021 gibt es hier: Was ist los in Bregenz ? – Programm Kunsthaus Bregenz (KUB) 2021

Alle Fotos mit freundlicher Erlaubnis vom Kunsthaus Bregenz. 

Programm Kunsthaus Bregenz (KUB) 2022

KUB 2022.01

Dora Budor – Continent

19 | 03 – 26 | 06 | 2022

„In ihrer Arbeit begreift die in Kroatien geborene Künstlerin Gebäude und Institutionen als Systeme, die nicht nur von tektonischen Bedingungen und der ihnen eigenen Infrastruktur geprägt sind, sondern auch von Genderaspekten — Faktoren, die sie über die unmittelbare Wahrnehmung hinaus Gestalt werden lässt.“ (Quelle: Kunsthaus Bregenz)

Das Verdauen der eigenen Fundamente, in Schwingung versetzte Luft und Abdrücke eines unterirdischen Gangs: Dora Budors Ausstellung Continent fühlt tief in das KUB, einen Zumthor-Bau, hinein. Der physische Baukörper wird in einer Reihe von Interventionen untersucht, wobei Operationen in den Blickpunkt rücken, die üblicherweise im Verborgenen ablaufen.

Die aus Zagreb stammende Künstlerin Dora Budor (*1984) lebt und arbeitet in New York.

KUB 2022.02

Jordan Wolfson

11 | 06 – 09 | 10 | 2022

Rätselhafte Virtual-Reality-Illusionen, die Museumsbesucher*innen in eine computeranimierte Welt entführen, haben dem amerikanischen Künstler Jordan Wolfson bekannt gemacht. Er untersucht die Schattenseiten der Populärkultur und nutzt dafür Humor und fiktive Realitäten. So werden die Grundparameter der menschlichen Existenz in der zeitgenössischen Gesellschaft offenbart. Sexismus, Gewalt, Rassismus und Antisemitismus: all das sind unbequeme Themen, denen er sich stellt. Er erzeugt unergründliche Spannungen und versteht sich als passiver Beobachter der Welt, der sein Publikum mit unerwarteten, oft bedrückenden Begegnungen konfrontiert. Inspiration für seine Arbeiten findet Wolfson in den Ideen von Jeff Koons, Jean Tinguely und Paul McCarthy. Er thematisiert die Medien und den Medienkonsum.

Im Eingangsbereich des Kunsthauses werden Objekte und Filme gezeigt, die Gewalt thematisieren. Mit einer Virtual-Reality-Brille wird der Zuschauer Zeuge einer Prügelei mit verstörenden Bildern. Darüber, im ersten Obergeschoss wird auf einer großen Leinwand ein Film gezeigt. Unterschiedliche Installationen, wie eine Wand mit Lüftern, auf die Bilder projiziert werden, prägen das zweite Geschoss.

Eine tanzende Roboterfigurine, die erstaunlich lebensecht gearbeitet ist, tanzt vor einem Spiegel und ist zu festgesetzten Zeiten im dritten Obergeschoss des Hauses zu sehen.

Jordan Wolfson ( * 1980, New York) studierte Bildhauerei an der Rhode Island School of Design. Er lebt und arbeitet in Los Angeles.

Jordan Wolfson im Kunsthaus Bregenz 2022
Jordan Wolfson im Kunsthaus Bregenz 2022

KUB in Venedig

Anna Boghiguian & Otobong Nkanga

20 | 04 – 04 | 07 | 2022

Mit der Ausstellung in Venedig ehrt sich das KUB selbst für sein 25-jähriges Bestehen. In eigens dafür angemieteten Räumen präsentiert das Haus auf der Biennale 2022 eine Ausstellung zweier Künstlerinnen aus dem Programm: Anna Boghiguian und Otobong Nkanga. Die Scuola di San Pasquale aus dem 16. Jahrhundert liegt direkt neben der Kirche San Francesco della Vigna auf dem gleichnamigen Campo. Sie diente in ihrer ursprünglichen Form wohltätigen Zwecken und kulturellen Aktivitäten.

Politische Verantwortung ist das Kernthema, mit dem sich beide ausstellenden Künstlerinnen auseinandersetzen. Soziale und politische Konflikte, sowie die Gefährdung der Natur fließen in ihre Arbeiten ein.

Neben Präsentationen ausgewählter Künstler*innen, sind Vermittlungsprogramme, Panels, Events und Empfänge geplant. Dabei stehen Fragen der Gegenwart, Postkolonialismus, Klimakrise, digitale Unterwanderung, Gender und nicht zuletzt die Corona-Pandemie im Fokus. Auch auf die beiden Biennale-Vertreterinnen Österreichs, die im Winter 2020/21 im KUB ausstellten: Jakob Lena Knebl und Ashley Hans Scheirl darf man sich freuen. Dora Budor, Jordan Wolfson, Peter Zumthor und viele andere mehr, werden sich außerdem ein Stelldichein geben.

Scuola di San Pasquale (Foto: Fulvio Orsenigo Chiesa 4347)

Scuola di San Pasquale (Foto: Fulvio Orsenigo Chiesa 4347)

KUB 2022.03

Anna Boghiguian

22 | 10 | 2022  – 23 | 01 | 2023

Anna Boghiguian malt Figuren auf Kartons, entwickelt Szenen und Gruppen räumlicher Bilder, die als schwebende Mobiles von der Decke hängen. Was nicht hängt, steht als als miniaturisiertes Bühnenarrangement oder verdichtete Szenografie auf dem Boden der Ausstellungsräume. In jedem Fall sind die Installationen der Künstlerin einprägsam und unverkennbar.

Boghiguian verspürt eine tiefe Affinität zur Literatur. Als in Ägypten geborene, mit der Familie nach Kanada emigrierte Künstlerin, bewegt sich zeitlebens zwischen Kontinenten und Kulturen. Sie liebt es zu reisen und füllt dabei unzählige Notizbücher mit Skizzen. Es ist ein obsessives Sammeln von Eindrücken, ein Akkumulieren von Geschichten Mythologische und historische Erzählstränge verknüpfen sich darin.

Weil die 1946 geborene Frau unter einer Hörbeeinträchtigung leidet, stellt das Ohr eine wichtige Metapher ihres bildnerischen Werks dar. Urbane Geräuschkulissen, soziale Verständigung, Austausch und Übertragung verdichten sich in Bildern, die wie Denkprozesse verkettet sind. Es entsteht ein Werk, das viele Aspekte beleuchtet und poetische Erfahrungen wie das Werk des Schriftstellers Naguib Mahfouz aufgreift. Collagen, Installationen und Erzählungen werden bei Boghiguian zu einer mentalen und emotionalen Landkarte der Welt, die sozialgeschichtliche Missstände und historische Schuld aufarbeitet.

Anna Boghiguian ( * 1946, Kairo) ist eine ägyptisch-kanadische Künstlerin armenischer Herkunft.

Anna Boghiguian Positions 2015 - Van Abbemuseum (Foto: Peter Cox)
Anna Boghiguian Positions 2015 – Van Abbemuseum (Foto: Peter Cox)

Alle weitern Informationen unter KUNSTHAUS BREGENZ  → Google-Maps

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Charis
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