Edelweiß Zündhölzer – Streichholzschachtel

Streichholzschachteln, Zündhölzer, Matchbooks – Eine Reise um die Welt

Phillumenisten sind Menschen, die Streichholzschachteln sammeln. Sie betreiben dies mit der gleichen Intensität, mit der sich andere Menschen für Briefmarken, Kunst oder Fotoapparate interessieren. Die Existenz einer Phillumenistischen Gesellschaft, die regelmäßige Treffen und Tauschbörsen organisiert, lässt darauf schließen, dass das Interesse weitaus größer ist, als vielen von uns bewusst ist. Und auch ich stieß erst darauf, nachdem ich über dreißig Jahre lang achtlos Schachteln in einen großen Papiersack neben einem Schrank geworfen hatte. Erst als die Idee aufkam, die Schachteln zu fotografieren und über einen Instagram-Kanal zu verbreiten, stellte ich fest, dass sich in dem Sack Erinnerungen aus meinem ganzen Leben befanden. Ein kleines, mehr zufällig geführtes Tagebuch.

Zündhölzer begleiten mich, seit ich klein bin. Meine Großmutter zündete das Feuer im Kachelofen damit an und sorgte so für behagliche Wärme. Ich erinnere mich gut, wie darauf geachtet wurde, dass sie nicht nass wurden, wie ich Nikolaushäuschen aus den Holzstäbchen legte oder die kleinen Pappschubladen in der Schachtel mit dem Finger hin und herschob. In einer klassischen Streichholzschachtel, 5 cm lang, 3,5 cm breit und etwa 1,5 cm hoch, steckte wie heute eine kleine Pappschublade, aus der man die Zündhölzer mit ihren roten Köpfen entnahm. Die Seiten der Schachteln hatten Reibeflächen, an denen sich die Streichhölzer entzünden ließen. Beschriftet waren sie mit dem Wort „Sicherheitszündwaren“, hergestellt in den Zündholzwerken Riesa.

Die bunt bedruckten Päckchen gehörten zum Alltag – wie Briefmarken und der Groschen für die Telefonzelle. Ihr Stellenwert war groß, denn das Einwegfeuerzeug hatte in meiner Kindheit seinen Siegeszug noch längst nicht angetreten. Sie lagen neben Kohlen und Feuerholz,  steckten im Tabakbeutel und kamen mit zum Camping an den See.

Besonders beliebt waren die kleinen Schachteln auch beim Feiern, denn neben Zaubertricks lassen sie sich hervorragend für Tanz- und Gesellschaftsspiele verwenden. In unserer Familie waren vor allem das „Streichholzspiel“ und das „Nasen-Spiel“ beliebt. Für ersteres klemmt man sich ein Streichholz hochkant zwischen die vorderen Zähne und raunt sich Tiernamen zu. Für das Nasenspiel müssen die Schachteln von Nase zu Nase weitergereicht werden. Wie das aussieht und klingt, probiert am besten jeder selber aus…

Im Laufe der Jahre nahm die Bedeutung der Streichhölzer ab, aber ihr Einsatz als erfolgreiches Werbemittel zu. Wann immer sie mir über den Weg liefen, griff ich zu und ließ sie zuhause, meist wenig beachtet, in einen großen Sack fallen. Zündholzbriefchen aus Kalifornien, Las Vegas oder Schweden, Schachteln aus den Alpen oder von unzähligen Zigarettenmarken. Nach und nach kam so eine riesige Sammlung zusammen, bis zu dem Zeitpunkt, an dem mir auffiel, dass die kleinen Heftchen und Schächtelchen immer weniger verteilt wurden.

Etwa anderthalbtausend Schachteln ist diese unbeabsichtigt angelegte Streichholz-Sammlung nun groß. Das Blogposting stellt einen winzigen Auszug daraus vor.

Mehr auf Instagram unter → instagram.com/matches_worldwide/

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Charis
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    Peter-Alois Becker

    Habe eine Sammlung von ca. 2000 Schachteln Deutschland, DDR, Münchner Gasthäuser Kaufhäuser z.B. Tengelmann usw. Vieles aus den 60-ger Jahren. Auch vieles aus dem Ausland. Weiter ebenfalls 2000 Briefchen aus der ganzen Welt, meisten Hotels.

    Haben Sie ein Kaufinteresse?

    • Charis

      Guten Tag Herr Becker, vielen Dank für Ihr Angebot, aber ich möchte keine Sammlung kaufen. Freundliche Grüße, Charis Stank

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    Oliver Zabel

    Hallo Charis-

    Mit Freude habe ich deinen kleinen Artikel zum Thema wahrgenommen! Eine feine Essenz zum Thema, die meine gegenwärtige künstlerische Arbeit bestätigt!
    Ich suche auch immerzu alte Streichholzschachteln um diese zu einer kleinen Bühne umzugestalten.
    Die Geschichte der Schachtel wird somit inhaltlich unterstützt oder in einen neuen Zusammenhalt gebracht.
    Letzte Woche habe ich gerade zu der Edelweiß Packung eine Wäscherinnen Szene gebaut…
    gerne würde ich mehr über deine Sammlung erfahren, gerne sende ich Dir auch einige Beispiele meiner Inszenierungen zu!
    Vielen Dank!
    Auf bald
    Oliver

    • Charis

      Lieber Oliver, ich freue mich über Dein Interesse. Viel mehr als hier zu lesen ist, gibt es zu meiner Sammlung allerdings nicht zu sagen. Ich habe die Streichhölzer einmal durch fotografiert.
      Es existieren nun hunderte Fotos und obwohl ich mich anfänglich von den Schachteln trennen wollte, sind die meisten doch noch da… :) Mal sehen.

      Viele Grüße, Charis

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