Gmundner Keramik Manufaktur: Stempel in der Porzellanmalerei

Handbemalte Gmundner Keramik: Besuche Österreichs Traditionsmanufaktur am Traunstein

Gmundner Keramik ist traditionelles, handbemaltes Geschirr aus Österreich. Die Manufaktur in Gmunden am Traunsee kann besichtigt werden.

Die markante Silhouette des Traunsteins taucht zuerst bei der Einfahrt nach Gmunden auf. Natürlich gibt es den See und eine sehenswerte Innenstadt. Vor allem aber ist Gmunden die Heimat eines Geschirrs, das in Österreich über alle Maßen beliebt ist: Hier wird die handbemalte Gmundner Keramik hergestellt und deshalb lohnt sich hier ein Besuch der Gmundner Keramik Manufaktur.

Die Anfänge der weltbekannten Geschirrfabritaktion gehen auf das Jahr 1492 zurück. Eines der beliebtesten Motive, das weit verbreitete Dekor „Grün geflammt“ entstand etwa im 17. Jahrhundert. 1905 wurde das Gebäude errichtet, in dem noch heute produziert wird. Ein Rundgang führt die interessierten Gäste durch alle Produktionsschritte und zahlreiche Räume der Manufaktur.

Kurz und knapp: Besuch der Gmundner Keramik Manufaktur

 

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Gmundner Keramik

Keramikstraße 24
A – 4810 Gmunden
Telefonische Voranmeldung: +43 (0) 7612 786-72

Link zu Google Maps

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Termine

Die Gmundner Manufakturführungen finden immer Montag bis Samstag statt.

10.30 Uhr und 13.00 Uhr

Dauer: ca. 60 Minuten

Es ist immer ratsam, sich ein letztes Backup auf der Seite der Manufaktur zu holen. Alle → Infos zu den Manufakturführungen

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Gmundner Keramik online kaufen:

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Vor Ort gibt es einen Werksverkauf.

Eingang zur Gmundner Keramik Manufaktur in Gmunden am Traunstein (2013)
Eingang zur Gmundner Keramik Manufaktur in Gmunden am Traunstein (2013)

 

Handbemalt: Jedes Teil ein Unikat aus Gmunden

Gmunder Keramik ist ein farbenfrohes, stets handbemaltes Geschirr, das bis heute in Österreich hergestellt wird. Alle Geschirrrohlinge, vom Teller bis zum Kaffeetassenhenkel, werden im Haus gegossen, gebrannt, bemalt und verpackt. Da jedes Teil von Hand bemalt wird, ist jede Tasse, jeder Teller, jede Schüssel oder Espressotasse ein kleines Gmundner Unikat. Denn es ist unmöglich, die Linien des Flammstrichs exakt zu wiederholen oder den Hirsch und andere Motive mit dem Pinsel so zu malen, dass jede Figur der anderen gleicht. Das ist auch gar nicht gewollt, denn gerade das macht die Gmundner Keramik so eigenständig und besonders.

Viele Dekore bestehen aus traditionellen Motiven und werden nach und nach durch moderne Designs ergänzt. Moderne Fertigungstechniken sorgen dafür, dass die Ausstattung des Geschirrs den veränderten Lebensumständen angepasst wird. Während die Großeltern noch keine mikrowellen- oder spülmaschinengeeignete Keramik brauchten, sieht das bei den Enkeln schon ganz anders aus.

Doch was kannst du hier erleben?

So läuft ein Besuch der Gmundner Keramik Manufaktur ab

Die Gmundner Keramik Manufaktur wird in kleinen Gruppen besichtigt. Jede Manufakturführung ist ein aufregendes Erlebnis, das in der Porzellanmalerei seinen Höhepunkt findet. Denn hier ist zu sehen, wie die bunt geringelten Gmundner Becher ihre Muster erhalten, wie Hirsche auf Tellern, Schüsseln oder über Tassen springen und der muntere Skifahrer Toni auf dem Kaffeehaferl seinen Schwung übt.

Formgießerei

Die Führung beginnt in der Formgießerei. In diesem Bereich wird die Basis eines jeden neuen Teils geschaffen: Der Korpus von Tassen, Tellern, Schalen oder Henkeln wird in eine eigens angefertigte Gipsform gegossen. (In der Galerie sieht man eine Form für kleine herzförmige Schalen mit Hirsch.) Jede Form kann bis zu neunzig Mal verwendet werden. Danach ist ein Austausch nötig.

Die frisch gegossenen Geschirrteile werden vorsichtig gelöst, kleinere Unreinheiten von Hand beseitigt. Alles wird sorgfältig von Rückständen befreit und auf fahrbaren Regalen deponiert. Diese fahrbaren Ständer sind wichtig, denn auf ihnen durchrollen die Geschirrteile nun Abteilung für Abteilung. Und wir begleiten sie bei unserem Besuch ein Stück auf ihrem Weg durch die Manufaktur.

Montage

Bevor ein Stück Gmundner Keramik die erste Glasur erhält und erstmalig gebrannt wird, müssen filigrane und schwer in einem Stück zu gießende Elemente wie Tassenhenkel von Hand montiert werden. Dafür sitzen Arbeiterinnen an einem Fließband und bringen die Kleinteile mit viel Geschick auf den Rohlingen an.

Glasieren und Brennen

Im nächsten Schritt wandert alles ein Stockwerk höher. Hier befindet sich die Abteilung, die für eine erste Glasur und für das erste Brennen verantwortlich ist. Dieser Arbeitsgang ist notwendig, bevor die Keramik in der Porzellanmalerei mit den Dekoren verziert wird.

Die Führung erlaubt einen kurzen Einblick. Der eigentliche Brennvorgang dauert natürlich viel zu lange.

Das Herz der Gmundner Manufaktur: Die Porzellanmalerei

Besucher und Geschirr erreichen nun einen lichtdurchfluteten Raum, an dessen hohen Fensterfronten Männer und Frauen vor Drehscheiben mit Geschirr sitzen. Sie sind umgeben von Pinseln, Farbtöpfen und Stempeln und malen mit viel Geduld Hirsche, Streublumen, Skifahrer und andere Motive auf Teller, Tassen und Schalen. Nur das geflammte Dekor wird mit einer Düse aufgesprüht. Die Malerin ist schnell und geschickt. Für einen Teller braucht sie rund 25 Sekunden.

Das markante Zeichen der Gmunder Variation ist eine einfarbiger breiter Tellerrand. Auch diese Maltechnik können wir bei unserem Besuch der Manufaktur beobachten: Die Töpferscheibe dreht sich und die Malerin zieht den Pinsel geschickt über die Tellerfahne. So nennt man den äußeren, leicht erhöhten Rand des Tellers.

Komplizierter scheint das Ausmalen beim springenden Hirsch. Doch dafür gibt es einen Stempel, mit dem die Grundform vorgezeichnet wird. Mit dem Pinsel erhält der Hirsch dann seine endgültige Form. Und je nach persönlichem Stil der Porzellanmaler:in sind die Enden der Geweihe mal länger oder kürzer.

Auf den Boden jeder Gmundner Keramik kommt ein Manufakturstempel. Und ab gehts ein letztes Mal zum Brennen. Für uns endet die Tour.

Dekore von Gmundner Keramik

Gmundner Keramik Geflammt

Das älteste Dekor. Dabei schlängeln sich unterschiedliche Linien um und auf den Teilen. Teilweise entstehen Streifenmuster, manchmal Motive.

Dieses Geschirr gibt es in grün, blau, grau, rot, gelb, weiß und bunt und in vielen Varianten als Frühstücks oder Essgeschirr.

Gmundner Hirsch

Ein beliebtes Motiv mit einem springenden Hirsch. Er wird in klassischen Farben wie grau, rot, grau und grün verkauft. Zeitweise gab es Sondereditionen in rosa oder violett.

Das Geschirr wird in zwei verschiedenen Formen angeboten. Alle Teile lassen sich untereinander kombinieren.

Gmundner Streublumen

Die Streublumen sind ein Klassiker, dem man in Österreich immer wieder begegnet. Auch von diesem Geschirr gibt es viel unterschiedliche teile, sodass man es gut sammeln kann. Die Farben sind bunt, wobei grün dominiert.

Gmundner Keramik Jagd

Das Jagdmotiv ist das aufwendigste Dekor von Gmundner und variiert sogar noch auf den unterschiedlichen Geschirrteilen. Es lässt sich sammeln, aber auch einzelne Teile davon sind bereits schön. Zum Beispiel die liebevoll gestaltete Butterdose.

Skifahrer Toni

Der Skifahrer ist eins der jüngeren Motive von Gmundner. Das Dekor knüpft an die Wintersporttradition in Österreich an und ziert Tassen und Haferl, Bowls und Teller. Es wird in rot, grau und grün verkauft.

Afrika

Das jüngste Design von Gmundner sind afrikanische Motive mit neuen und ungewöhnlichen Farben, die auf einer afrikanischen Lodge entwickelt wurden.

Brotzeit mit Gmundner Keramik
Brotzeit mit Gmundner Keramik

Mehr Reisetipps für Gmunden habe ich auf Happystories entdeckt. So kannst du außer dem dem Besuch der Gmundner Keramik Manufaktur noch mehr in Oberösterreich erleben.

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Charis
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  1. Viktoria Maisner

    Hallo zusammen,
    vielen lieben Dank für diesen spannenden und inspirierenden Beitrag. Ich selber habe auch Gmundener Keramik zu Hause und bin sehr zufrieden damit. Mein Mann hat mir zu Weihnachten einen großen Wasserkrug geschenkt. Ich habe mich sehr über ihn gefreut!

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