Wenn im Frühling in Japan die Zeit der Kirschblüte, Sakura (桜) und des Hanami (花見 – Blüten betrachten) naht, ist auch die Zeit der Sakura Mochi gekommen. Dabei handelt es sich um eine japanische Süßigkeit aus gedämpftem Reis, die mit einer süßen Bohnenpaste gefüllt und mit einem Kirschbaumblatt umwickelt wird. Das Blatt gibt dem Wagashi – so nennen sich japanische Süßigkeiten – eine leicht salzige Note, denn es wird in einer Lake haltbar gemacht.
Sakura Mochi lassen sich zu Hause herstellen. Die Zutaten gibt es auch in Deutschland zu kaufen. Wir haben uns aus Tokio ein Rezept und Kirschbaumblätter mitgebracht und machen die Mochi selber. Die Zubereitung ist einfach.

Zwei Arten Sakura Mochi: Kanto und Kansai – Der Unterschied
Wie soll ein Sakura Mochi aussehen? In Tokio und dem Kanto kennt man es als hauchdünnes Crepe-Röllchen (Chōmeiji-Stil), das die süße Bohnepaste umschließt. Ein Kirschblatt wird um das Wagashi gewickelt.
Weiter westlich, in der Kansai Region um Kyoto, Osaka und Nara, ist es eine flachgedrückte Kugel aus körnigem Domyoji-Reis, um die das Kirschbaumblatt gelegt wird. Die Kugel ist ebenfalls mit süßer Bohnenpaste gefüllt. Wir stellen die Kansai-Version vor.
Rezept für Sakura Mochi (Kansai)
Zutaten für 12 Mochi nach Kansai Art
- 150 g Domyoji-ko – grob gemahlenes Klebreismehl, das dem Mochi seine charakteristische, leicht körnige Textur gibt. Es funktioniert alternativ feines Mochiko-Mehl (Klebreismehl).
- 2 EL Kristallzucker (ca. 20 g)
- 220 ml Wasser
- Rote Lebensmittelfarbe – nach Bedarf; für das typische zartrosa Erscheinungsbild der Sakura Mochi
- 180 g Koshi-An – glatte, süße Rote-Bohnen-Paste aus Azuki-Bohnen, passiert und ohne Stücke. Sie bildet die Füllung der Mochi.
- 12 gesalzene Sakura-Blätter (shiozuke sakura no ha) – in Salz eingelegte Kirschblätter, die jeden Mochi einzeln einwickeln und ein dezent salziges, florales Aroma beisteuern.

Zubereitung von Sakura Mochi (Kansai)
Vorbereitung
Die Bohnenmasse (Koshi-An) in 12 gleich große Portionen teilen und jeweils zu einer Kugel formen.
Die gesalzenen Sakura-Blätter 30 Minuten in kaltes Wasser einweichen. Das Salz mildert den Salzgehalt. Abtropfen lassen oder auf einem Tuch ausbreiten.
Teig
Domyoji-ko (grobes Klebreismehl) und Kristallzucker in eine Schüssel geben und gut vermischen. Nach und nach das Wasser einrühren. Lebensmittelfarbe zugeben und die Masse zartrosa färben.
Die Mochi-Basis in eine hitzebeständige Schüssel oder einen flachen Behälter füllen und diesen in einen Dämpftopf setzen. Bei mittlerer Hitze etwa 20–25 Minuten dämpfen, bis der Klebereis gleichmäßig gar und leicht durchscheinend ist. Gelegentlich prüfen, ob genügend Wasser im Topf ist.
Formen
Die Masse aus Klebreismehl noch handwarm in 12 gleich große Portionen teilen. Jede Portion mit der Handfläche zu einer ovalen Fläche drücken. Eine Kugel Koshi-An (Adzukibohnenmasse) in die Mitte setzen und den Teig darum schließen, sodass eine ovale Form entsteht. (Wir haben aus Japan eine ähnliche Bohnenmasse mitgebracht. Diese war grün. Koshi-An ist rötlich/dunkelbraun.)
Jeden gefüllten Mochi-Ball in ein abgetropftes Sakura-Blatt einwickeln. Die Blattadern sollen dabei nach außen zeigen. (Dafür haben wir keine schlüssige Erklärung.)
Haltbarkeit der Mochi
Sakura Mochi werden in Japan rund um die Kirschblütenzeit im März/April (Hanami) gegessen. Sie schmecken frisch zubereitet am besten, da das Blatt sonst gummiartig wird und der Klebreis seine Elastizität einbüßt. Am besten also am selben Tag verzehren, solange der Klebreis noch weich ist und die Blätter aromatisch sind.
Japanische Zutaten in Deutschland kaufen
Die Zutaten sind in Deutschland nicht im Supermarkt um die Ecke zu finden, aber gut beschaffbar. Domyoji-ko (grobes Klebreismehl), Koshi-An (süße Anko-Bohnenpaste) und gesalzene Sakura-Blätter sind in japanischen Lebensmittelgeschäften in größeren Städten wie Hamburg, Berlin, München oder Düsseldorf erhältlich. Aber auch in kleineren Asialäden mit japanischem Sortiment oder Onlineshops wird man fündig.
Weil die Zutaten lange haltbar sind, können sie auf Vorrat gekauft werden: Domyoji-ko und Koshi-An halten sich lange, die eingesalzenen Kirschbaumblätter für Sakura Mochi sind ohnehin haltbar konserviert.


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